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Geschmeide

„Die schönste Jungfrau sitzet dort oben wunderbar; ihr goldnes Geschmeide blitzet, sie kämmt ihr goldenes Haar.“, wusste bereits der Dichter Heinrich Heine die Erscheinung der sagenumwobenen Loreley in Worte zu fassen, wenngleich mutmaßlich nicht recht zu deuten.

Das Wohlgefallen an Schmuck und Dekor ist so alt wie die Menschheitsgeschichte selbst. Als Ausdruck von Individualität, Abgrenzung, Zugehörigkeit oder auch als Statussymbol bediente man sich dieses Stilmittels, zunächst in Form von schmückenden Elementen aus Knochen, Tierzähnen, Federn, Krallen und Malereien sei es auf Wänden, Gefäßen oder auch der Haut des Körpers. Im Verlauf der Evolution wurden nicht nur die Materialien edler und kostbarer, sondern die Fertigung von Geschmeiden avancierte in einem scheinbaren Wettstreit zur Meisterdisziplin.

Zunächst überwiegend den Männern vorbehalten, dekorierten in der Hochkultur der Antike beispielsweise wohlhabende Römerinnen beinahe jedes Körperteil vom Scheitel bis zur Sohle mit schmückenden Elementen. Das eigene Heim war von Dekor in unterschiedlichster Weise nicht unbefleckt.

  1. Ein Geschmeide ist jedoch weit mehr als die Summe seiner Teile. Es ist vielmehr eine Komposition verschiedener Zutaten – seien es nun kostbare Metalle, Edelsteine, Stoffe oder auch Materialien, die erst auf den zweiten Blick ihre Wertigkeit entfalten.

Durch die Hand des Gestalters gelangen sie in eine neue Daseinsform und werden zum Schmuck, zur Zierde, zu einer schönen Dekoration und Mode oder gar zum Spiegel des Zeitgeistes einer Epoche.

Geschmeide ist eine Ausstellung mit Arbeiten von 17 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Kunststiftung Sachsen-Anhalt:
• Mareen Alburg Duncker
• Sawa Aso
• Theresa Bastek
• Nicole Bauer
• Sophie Baumgärtner
• Heike Becker
• Julia Bosch
• Bernhard Elsässer
• Linda Grüneberg
• Andreas Köppe
• Bettina Jungrichter
• Ulrike Mäder
• Nicole Lehmann
• Christine Matthias
• Annekathrin Pohle
• Luise von Rohden
• Luise de Villiers
Sie alle haben sich zu unterschiedlichen Themen mit der Gestaltung von Exponaten in ihren jeweiligen Genres auseinandergesetzt. Schmuckelemente sind im engeren oder auch weiteren Sinne entstanden, denn in der Ausstellung werden nicht nur Arbeiten von Schmuckkünstlerinnen und Künstlern präsentiert, sondern auch jene aus anderen Disziplinen, die vielleicht erst bei nochmaligem Hinsehen im Auge des Betrachters zu einem Geschmeide im herkömmlichen Sinn des Wortes gebracht werden. Geschmeide, sie funkeln und glänzen, sind zart und anschmiegsam zuweilen auch rau, kantig oder spröde, gewiss aber nicht bedeutungslos.

Ein exklusives Rahmenprogramm für Kinder und Jugendliche sowie Erwachsene findet am 21. März unter dem Motto „klein – fein – mein“ Upcycling-Schmuck mit der Schmuckdesignerin Mareen Alburg Duncker sowie am 28. März 2020 mit dem Mode- und Schmuckdesigner Bernhard Elsässer zum Thema „FlunkerKlunker“  Schmuckmachen aus Fundstücken jeweils um 15 Uhr statt, begleitet werden die Kinderkunstnachmittage für Interessierte von einer Kuratorenführung. Um Anmeldung zum Rahmenprogramm wird gebeten unter:
oeffentlichkeitsarbeit@kunststiftungsachsen-anhalt.de

Geschmeide
11. März bis 13. April 2020
Eröffnung am Dienstag, den 10. März 2020, um 19 Uhr
Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Neuwerk 11
06108 Halle (Saale)
Eintritt 3€ | 1€
Teilnahmegebühr Rahmenprogramm: 5 € p. P.

 

 

 

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