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Andrea Flemming

Installationskünstlerin

Internationales Arbeitsstipendium: New York
März – Mai 2019

New York Stipendium 2019

Während des Aufenthaltes in New York hat die Künstlerin mit Solarpapier, einer Verfahrenstechnik der Cyanotypie, experimentiert. Diese Technik erlaubt die Anfertigung von Lichtbildern und Direktabbildungen. Dadurch werden Flüchtigkeit, Aufnahmefähigkeit, Distanz und Durchlässigkeit durch dieses fotografische Edeldruckverfahren thematisch eingefangen. Es entstand eine Strecke experimentelle Bilder auf Blütenpapier, meist im Format 76 x 56 cm. Parallel dazu arbeitete die Künstlerin mit einer alten Polaroidkamera und begann ihre private Umgebung auf Licht- und Schattenstruktur, architektonische Elemente und dem Rest, der davon übrig bleibt, zu untersuchen. Je nach Lichtsituationen hat Andrea Flemming den Fokus und ihre Position im Raum verändert. Die verschiedenen Aufnahmen unter Verwendung verschiedener Zoomfaktoren gleichen einer oberflächlichen archäologischen Untersuchung. Diese kontrollierte Verfremdung im Bild schafft einen neuen Bezug zur Architektur und dem Grundriss des Raumes.
Arbeitsstipendium
Dezember 2009 – Mai 2010

Zwei Werkgruppen: Mein Sein als Miniatur? und Schatten | Raum

Andrea Flemming hat sich während ihres Stipendiums mit den unterschiedlichen Modalitäten von Räumen beschäftigt. Sie setzt sich dabei mit Licht und Schatten, mit Bild und Abbild, mit Illusion und Wirklichkeit auseinander und nutzt dazu alle zeitgenössischen Techniken wie Fotografie, digitale Bildbearbeitung, Materialexperimente und Installation. Entstanden sind die Werkgruppen "Mein Sein als Miniatur?" und "Schatten | Raum". "Mein Sein als Miniatur?": Bei dieser Werkgruppte interessierten die Künstlerin Löffel und Armaturen, die als Gegenstände des täglichen Gebrauchs fähig sind, ihr Umfeld mit allen Abläufen des Alltagsgeschehens widerzuspiegeln. "Als Gegenorte reflektieren sie Verhaltensmuster. Auf Quadratmillimetern kann sich das Selbst erleben, beobachten und sich ein bisschen selbstverliebt inszenieren. Das gesehene Bild wird zum erlebten Bild und löst sich -selbstlebend- heraus. Gefangen und doch frei in konvexen und konkaven Kurven schafft sich das Selbst einen eigenen imaginären Ort und entweicht in den Bereich der Phantasie. Die Kamera fokussiert die dargestellte Welt. Das Selbst wird verortet, ohne den Ort zu verlassen." (Andrea Flemming) "Schatten | Raum" besteht aus sechs Aluminiumscheiben, die alle farbeloxiert sind, mit einer glatten, unfehlbaren Vorderseite. Die Rückseite zeigt die Schnittkanten und Grate des Arbeitens. Die Aluminiumscheiben korrespondieren in ihrer Hängung so miteinander, dass ihre Zwischenräume eine zweite Ebene von Raum ermöglichen. Die Grenze zwischen dem Diesseits des Raumes und dem Jenseits des Schattens wird temporär aufgehoben und der Betrachter wird in eine hybride Wirklichkeit entführt. „Die anscheinende Auflösung des gewesenen Ortes, lässt sich durch die Form der Öffnungen in der sonst dichten Oberfläche erahnen. Oberfläche und Öffnung sind nun Grenze und Schwelle, die die Betrachtung in einer neuen, ungewohnten Situation verlangen: im entstandenen Schattenraum. Der Ort im Dazwischen als Ereignisort, Erlebnisort und Erfahrungsort, gibt Aufschluss über Sinn und Gehalt der Betrachtung. Es erfolgt eine Verschiebung und Neuansiedlung des vertrauten Ortes, der nun allgemeingültig viele Assoziationen für Raum frei lässt.“ (Andrea Flemming)
Aufenthaltsstipendium Wiepersdorf September – November 2013

Luminanz

Während ihres dreimonatigen Aufenthaltes in Wiepersdorf wandte sich Andrea Flemming einer neuen Idee zu, die ihre bisherigen Arbeitsweisen mit Verspiegelungen und Fotografie verbinden sollte. Inspiriert vom Licht der einzelnen Räume und Orte im Schloss entwickelte sie eine neue Technik in der Glasverarbeitung, die charakterisiert ist durch Fläche, Farbe und feinen Motiven zwischen Politur und Mattigkeit. Als Grundlage dafür verwendete die Künstlerin digitale Bilder, die sie auf Glas &uuuuml;bertrug. Die Beschäftigung mit der Bearbeitung dieser digitalen Bildräume führte die Künstlerin zu einem neuen Grenzbereich zwischen Fläche und Körper. Die entstandenen Arbeiten veranschaulichen Bildräume, die mit Hilfe von Lichtreflexionen eine Fläche in ein dreidimensionales Objekt verwandeln. Es eröffnet sich ein Bild, welches über die klassischen Formen der Fotografie hinausgeht.
Vita
1976 in Sangerhausen geboren │ 2001 – 2008 Studium der Bildenden Künste an der Burg Giebichenstein Hochschule für Kunst und Design Halle - Diplom Bildende Künste │ 2006 – 2007 Erasmusstipendiat an der Hochschule für Gestaltung und Kunst Basel │ 2008 – 2010 Mitglied der AG Galerie salonfähig, Wächterhaus Halle (Saale) │ 2010 Förderpreis der Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale │ 2011 Ehrendiplom der Jutta Cuny-Franz Foundation und 2. Platz beim Valentine Rothe Preis, Bonn │ 2018 Landesstipendium Sachsen-Anhalt, Künstlerhaus Salzwedel │ Einzel- und Ausstellungsbeteiligungen in der Villa Kobe und in der Galerie im Volkspark Halle sowie in der Städtischen Galerie im alten Bau in Geislingen an der Steige und im Halleschen Kunstverein e.V. sowie in der St. Marienkirche in Sangerhausen, im FFFZ Düsseldorf, im Frauenmuseum Bonn u. a. │ lebt als freischaffende Künstlerin in Halle (Saale)   Arbeiten in öffentlichem Besitz: Paul-Riebeck-Stiftung zu Halle an der Saale Land Sachsen-Anhalt Fachhochschule Kiel, Kulturinsel Dietrichsdorf